Steigerung der landwirtschaftlichen Wertschöpfung durch Produkte aus Weidehaltungssystemen

Handlungsfelder

Konzeptvorschläge zur Erfassung von Tierwohl – Indikatoren und Zuchtmerkmalen

Projektbeschreibung

Weidehaltungssysteme stehen, neben den Beiträgen zur Offenhaltung von Landschaften und damit zum Erhalt wichtiger Landschaftsbilder, für die nachhaltige Sicherung wichtiger ökologischer Landschaftsfunktionen und für die agrarpolitisch gewünschte Fortführung einer flächendeckenden Landbewirtschaftung. Produkte aus Weidehaltungssystemen repräsentieren Erzeugnisse aus besonders tier-, umwelt- und landschaftsgerechter Landbewirtschaftung. Aus diesem Grund wurde in dem Projekt von der These ausgegangen, dass Produkte aus Weidehaltungssystemen auf eine hohe Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbraucher stoßen.

Ziel war es, sowohl im Verbund als auch in Ergänzung zu anderen Forschungsvorhaben zu Weidehaltungssystemen den bisher noch nicht berücksichtigten Aspekt der Vermarktung von Produkten aus Weidehaltungssystemen mit besonderem Fokus auf Milch aufzugreifen.

Um Handlungsempfehlungen für die praktische Landwirtschaft, Molkereiunternehmen und Politik abzuleiten, sollten Erkenntnisse zur Verbraucherakzeptanz, zur preislichen Positionierung von Weidemilch sowie zur wirtschaftlichen und technischen Umsetzbarkeit weidebasierter Milchproduktionssysteme gewonnen werden. Methodisch stützte sich das Projekt auf statistische Auswertungen, Expertengespräche, Fokusgruppen – Diskussionen mit unterschiedlichen Zielgruppen von VerbraucherInnen sowie auf Modellrechnungen zum wirtschaftlichen Vergleich unterschiedlicher Milchviehhaltungssystemen.

Die formulierten Handlungsempfehlungen sind für die Praxis und die Milchverarbeitung standort- und unternehmensspezifisch zu interpretieren. Bei Betriebsentwicklungsschritten oder Neuausrichtungen sollten nüchtern und ergebnisoffen Möglichkeiten zur technischen Umsetzbarkeit geprüft und ökonomische Folgen kalkuliert werden. Chancen einer entweder separaten Positionierung einer nachhaltigen Weidemilch oder der kommunikativen Nutzung eines breiter angelegten Nachhaltigkeitskonzeptes sollten für die ganze Wertschöpfungskette geprüft werden. Außerdem sollte das Erfassungs- bzw. Angebotspotenzial oder die Möglichkeiten zur regionalen Bündelung der Erfassung für Weidemilch regionsspezifisch abgeschätzt werden. Um Verbrauchertäuschungen zu vermeiden, ist die Erarbeitung einer privatwirtschaftlichen Branchenlösung für eine transparente und überprüfbare Definition von Weide- und Auslaufhaltung von Nutztieren zu empfehlen. Die Politik kann Weidehaltungsverfahren, neben Weide- und Geldprämien, auch über eine Unterstützung der Beratung und der angewandten Forschung zur Grünlandbewirtschaftung maßgeblich unterstützen.

Kontakt

Prof. Dr. Marcus Mergenthaler,
Prof. Dr. Wolf Lorleberg
Fachbereich Agrarwirtschaft
Fachhochschule Südwestfalen
Lübecker Ring 2
59494 Soest

Anmeldung zur Veranstaltung

Veranstaltung:
Steigerung der landwirtschaftlichen Wertschöpfung durch Produkte aus Weidehaltungssystemen
Termin:

Uhr

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