Projekt EN – Z – MA: Elektronische Nase – Zucht – Ebermast

Handlungsfelder

  • Verzicht auf mit Schmerzen verbundene Eingriffe am Tier
  • Konzeptvorschläge zur Erfassung von Tierwohl–Indikatoren und Zuchtmerkmalen

Die operative Ferkelkastration ohne Anästhesie soll bis 2018 in der Europäischen Union verboten werden. Die Ebermast ist, neben der Immunokastration und der Kastration unter Betäubung, eine attraktive Alternative. Diese Alternative ist jedoch aufgrund des Ebergeruchs, der maßgeblich durch das Pheromon Androstenon und das Bakterienabbauprodukt Skatol verursacht wird, problematisch. Ziele dieses Projektes sind den Anteil an Ebern mit Ebergeruch in der aktuellen Schweinepopulation zu quantifizieren und die züchterischen Möglichkeiten zur Reduktion des Anteils an geruchsbelasteten Eber zu untersuchen. Weiterhin wird eine elektronische Nase entwickelt, die als Schnellmessmethode des Ebergeruchs automatisiert werden soll.

In fünf deutschen Prüfstationen wurden 1601 Tiere (1054 Eber, 440 Sauen, 107 Börgen) geprüft. Neben Verhaltensbeobachtungen wurden Daten zur Haltung, Saison und Mast- und Schlachtleistung erhoben.

Mit einem Gehalt von 250 ng Skatol bzw. 500 ng Androstenon oder 150 ng Skatol bzw. 2000 ng Androstenon je g Fett wurden die Eber einer Gruppe mit erhöhtem Risiko für Ebergeruch zugeordnet. So wurden 48,1 bzw. 39,6 % der Eber in die Risikogruppe eingestuft. Wie die Ergebnisse der eigenen Untersuchung zeigen, ist die Zucht gegen Ebergeruch erfolgsversprechend, da beide Leitkomponenten einen hohen Erblichkeitsgrad (Androstenon 0,6 und Skatol 0,4) aufweisen. Die zu erwartende unerwünschte Beziehung des Androstenons zu den Merkmalen der maternalen Fruchtbarkeit stellt jedoch ein spezifisches Problem bei der Zucht gegen Androstenon dar. Allerdings war dieser Antagonismus in der untersuchten Piétrain – Population, mit Ausnahme der unerwünschten Korrelation von Androstenon zu Erstferkelalter (rg = – 0,44), nur schwach nachweisbar. Somit erscheint die Selektion gegen Androstenon nur in Vaterlinien realisierbar. Außerdem wurde zur Quantifizierung von Androstenon und Skatol eine GC/MS – ToF Messkette entwickelt, die das Hormon und das Bakterienabbauprodukt direkt im Gasraum der Proben misst. In Kombination mit deuterierten Referenzstoffen kann der direkte Bezug auch zu den Gehalten im Substrat exakt hergestellt werden. Die Leitkomponenten des Ebergeruchs können automatisiert mit hoher Genauigkeit erfasst werden.

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