Hämorrhagische Diathese bei Kälbern

Handlungsfelder

  • Verbesserung des Wohlbefindens des Tieres, des Gesundheits- und Hygienestatus von Betrieben
  • Konzeptvorschläge zur Erfassung von Tierwohl – Indikatoren und Zuchtmerkmalen

Bei den Symptomen der Hämorrhagischen Diathese (HD) bei Kälbern (oder Bovinen neonatalen Panzytopenie (BNP)) handelte es sich Ende 2009 um ein in diesem Ausmaß unbekanntes Krankheitsbild, dessen Ursachen zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt waren. Für das Krankheitsbild charakteristisch sind Hautblutungen, blutiger Kot, Petechien, Fieber, Thrombozytopenie, Leukozytopenie und Panmyelophthise. Dieses Forschungsprojekt hatte, mit Unterstützung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, die Ermittlung der räumlichen und zeitlichen Verteilung der HD-Fälle und die Beurteilung der vermuteten Risikofaktoren für das Auftreten der Symptomatik zum Ziel. Hierfür wurden in dem 1. Teilprojekt 22 Tierarztpraxen, die insgesamt mehr als 1700 Rinderhaltende Betriebe betreuten, von denen 65 insgesamt 200 klinisch erkrankte Kälber gemeldet wurden, sowie 13 Rinderhalter in Nordrhein-Westfalen mit vorgegebenen Fragebögen befragt. Die Befragung umfasste insgesamt Daten über Management, Haltung, Fütterung, Abstammung, Impfungen und Medikamente.

Je nach befragter Gruppe wurden diese Parameter auf Betriebs- oder Einzeltierebene erhoben. In dem 2. Teilprojekt wurden auf den 13 Betrieben bei 50 Kälbern die Thrombozyten- und Leukozytenwerte im Blut analysiert. Alle erhobenen Daten der beiden Teilprojekte wiesen als gemeinsames Merkmal auf, dass die Muttertiere der klinischen BNP-Kälber und der Kälber mit erhöhten Thrombozytenwerten mit dem BVD-Impfstoff Pregsure® BVD geimpft worden waren, was sich dann auch in weiteren Forschungsprojekten von anderen Institutionen bestätigt hatte. Das beschriebene, sechsmonatige Projekt trug für das Ministerium maßgeblich zu der Aufklärung der HD-Ursache bei.

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