Einfluss der Laktation auf die zelluläre Energieversorgung sowie auf Alterungsprozesse bei Milchkühen

Handlungsfelder

  • Verbesserung des Wohlbefindens des Tieres, des Gesundheits- und Hygienestatus von Betrieben

Die hohe Milchleistung direkt nach der Kalbung führt bei Milchkühen zu gesteigerter Stoffwechselaktivität und bedingt die Mobilisation körpereigener Fettreserven. Der damit einhergehende metabolische Stress steht in Verbindung mit erhöhten Inzidenzen von Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten sowie Fruchtbarkeitsstörungen. Für den anhaltenden Trend zu verkürzter Lebens- und Nutzungsdauer von Milchkühen spielt vermutlich der erhöhte Energieumsatz während der Frühlaktation, der auch Altersprozesse betrifft, eine Rolle. Durch die Fettmobilisierung in der Frühlaktation verändert sich die Gesamtmasse der Fettdepots, was zu einer Verkleinerung der Fettzellen, aber auch zu einem Rückgang der Zellzahl, dem programmierten Zelltod (Apoptose), führen kann. Ob nun primär die Zellalterung -gesteuert über epigenetische Vorgänge-, eine verringerte Energieverfügbarkeit oder aber eine Kombination aus beidem zur Apoptose der Fettzellen führt, ist nicht bekannt.

Bei hochleistenden Milchkühen sollen die unmittelbar an den Stoffwechsel- und Energievorgängen beteiligten Organe (Milchdrüse, Leber, Fettgewebe) hinsichtlich der zellulären Energieversorgung sowie ihrer epigenetischen Veränderungen (Alterung) untersucht werden. Durch den Vergleich von primiparen Tieren mit Tieren, die bereits mehrere Laktationen durchlaufen haben, soll der Einfluss der Hochleistung, die durch die Milchsynthese erbracht wird, bei Milchkühen mit zunehmender Nutzungsdauer und -intensität aufgezeigt werden.

Forschungsnetzwerk NRW-Agrar