Bericht über die Sitzung der Strategieplattform am 4. November 2010 in Münster

Anlässlich der Sitzung der Strategieplattform des Forschungsnetzwerks NRW-Agrar in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster wurde die satzungsgemäße Evaluierung des Netzwerkes durchgeführt und mit positivem Ergebnis und Ansatzpunkten zur weiteren Entwicklung abgeschlossen. Das Forschungsnetzwerk – bestehend aus den Partnern Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW, Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn, Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen und Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen – wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit in der Agrarforschung zu vertiefen. Hierdurch wird ein schneller Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis gewährleistet. Umgekehrt erhält die Forschung Impulse für aktuell relevante Fragestellungen. Im Jahr 2009 wurde das Netzwerk um den Partner Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW erweitert.

Im vergangenen Jahr veranstaltete das Forschungsnetzwerk vier Expertenworkshops zu den Themen Risikomanagement, Emissionsminderung Tierhaltung, Elektronikeinsatz in der Milchviehhaltung und Bodenschadverdichtungen. Insgesamt nahmen an diesen Veranstaltungen ca. 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Wissenschaft, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis teil. Weiterhin wurden zu den Themenbereichen Risikomanagement und Klimafolgenforschung gemeinsame Forschungsprojekte durch die beteiligten Institutionen initiiert bzw. werden vorbereitet.

In Zukunft wird sich das Forschungsnetzwerk verstärkt auch mit strategischen Fragestellungen beschäftigen. Auch eine thematische Erweiterung um die Bereiche Ernährung und Umwelt ist angedacht. Die institutionelle Erweiterung des Forschungsnetzwerks um die Fachhochschule Rhein-Waal ist bereits in Vorbereitung.

Die Situation und die Perspektiven der deutschen Agrarforschung sind seit einigen Jahren Gegenstand einer intensiven Diskussion in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Als wesentliche Herausforderungen für die Agrarwissenschaften gelten die im internationalen Vergleich relativ kleinen institutionellen Einheiten sowie für Agrarfakultäten die Notwendigkeit, im inneruniversitären Wettbewerb zu bestehen und gleichzeitig den erforderlichen Praxisbezug aufrecht zu erhalten. Das Forschungsnetzwerk NRW-Agrar ist ein wichtiger Schritt, um diesen Herausforderungen zu begegnen.